Siaya Green 2024 (Kenya)

Men inspecting a field
Siaya Green 2024 (Kenya)
Siaya Green ist ein jugendorientiertes Agroforst- und Klimaresilienzprojekt im Siaya County, Kenia. Gemeinsam mit unserem lokalen Partner Potential X-Factor Organization unterstützt Let’s Plant e.V. den Aufbau von Baumschulen, Agroforstsystemen, vertikalen Gärten sowie die Ausbildung von Jugendlichen. Das Projekt verbindet ökologische Wiederherstellung, Ernährungssicherheit und sozioökonomische Stärkung.
Land
Kenia
Ort
Siaya County
Westkenia
Status
Abgeschlossen
Partner
Potential X-Factor Organization
Schwerpunkte
Agroforstwirtschaft
Jugendförderung
Klimaangepasste Landwirtschaft
Beginn
2024

Hintergrund

Siaya County in Westkenia steht unter zunehmendem ökologischem und sozioökonomischem Druck. Geringe Waldbedeckung, Bodendegradation und nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken schwächen die Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme und beeinträchtigen die lokalen Lebensgrundlagen.

Gleichzeitig haben viele junge Menschen nur begrenzten Zugang zu wirtschaftlichen Perspektiven, obwohl sie die Energie und das Potenzial haben, eine nachhaltigere Zukunft in ihren Gemeinden mitzugestalten.

Siaya Green wurde als Antwort auf diese Herausforderungen in Form eines praxisnahen und gemeinschaftsbasierten Ansatzes entwickelt. Das Projekt verbindet ökologische Wiederherstellung mit Jugendbeteiligung, nachhaltiger Landwirtschaft und lokalem Kapazitätsaufbau. Die formelle Partnerschaft zwischen Let’s Plant e.V. und der Potential X-Factor Organization wurde im Dezember 2024 geschlossen, gefolgt von den ersten Umsetzungsschritten im Jahr 2025.

Unsere Maßnahmen

Das Projekt zielt darauf ab, ein resilientes lokales System aufzubauen, das Baumanbau, Nahrungsmittelproduktion und die Ausbildung von Jugendlichen auf praktische und skalierbare Weise miteinander verbindet.

Zu den zentralen Aktivitäten gehören der Aufbau von Baumschulen in gemeinschaftlich genutzten Standorten, die Anzucht verschiedener nützlicher Arten wie Avocado, Mango, Eukalyptus, Passionsfrucht, Zitrone und Papaya sowie die Entwicklung praxisnaher Agroforstmodelle für lokale Haushalte.

Im Dorf Katuse hat das Projekt bereits zum Aufbau einer Baumschule mit mehr als 2.500 Setzlingen beigetragen. Die Baumschule wurde Schritt für Schritt durch Flächenvorbereitung, Aussaat, einfachen Wetterschutz und die Einführung eines Logbuchs zur Beobachtung der Pflanzenentwicklung aufgebaut.

Darüber hinaus fördert das Projekt innovative Gemüseproduktion durch vertikale Gärten und Tomatennurseries. Diese Maßnahmen helfen dabei, die Ernährungssituation der Haushalte zu verbessern und die Selbstversorgung zu stärken, insbesondere dort, wo der Platz begrenzt ist.

Junge Menschen werden in klimaangepasster Landwirtschaft und grundlegenden agrarwirtschaftlichen Fähigkeiten geschult, damit sie aktiv zur Umsetzung beitragen und praktisches Wissen für zukünftige Einkommensmöglichkeiten entwickeln können. Außerdem wird Bambus als schnell wachsender und vielseitiger Bestandteil des Agroforstsystems integriert, wobei nicht-invasive horstbildende Arten und eine kontrollierte Bewirtschaftung verwendet werden.

Warum das wichtig ist

Siaya Green begegnet mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Durch die Förderung von Baumpflanzungen und Agroforstwirtschaft trägt das Projekt zur Wiederherstellung degradierter Flächen, zur Verbesserung der Bodenverhältnisse und zur Stärkung der langfristigen Klimaresilienz bei.

Durch die Ergänzung baumbasierter Systeme mit vertikalen Gärten und Gemüseproduktion unterstützt das Projekt zudem die Ernährungssicherheit und eine vielfältigere Ernährung auf Haushaltsebene. Dadurch steigt der direkte praktische Nutzen des Projekts für die teilnehmenden Familien.

Ebenso wichtig ist, dass das Projekt jungen Menschen eine aktive Rolle bei der Gestaltung ihrer Gemeinschaften gibt. Anstatt sie nur als Begünstigte zu betrachten, werden sie als Lernende, Praktikerinnen und Praktiker sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einbezogen. Das stärkt Verantwortung, lokale Verankerung und den sozialen Zusammenhalt. Die Beteiligung junger Menschen wird von Familien und Mitgliedern der Gemeinschaft bereits positiv wahrgenommen.

Durch die Verbindung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Dimensionen zielt das Projekt darauf ab, ein Modell zu schaffen, das über die erste Umsetzungsphase hinaus fortbestehen und im Laufe der Zeit erweitert werden kann.

Partner und lokales Engagement

Siaya Green wird in Partnerschaft mit der Potential X-Factor Organization umgesetzt, einer gemeinschaftsbasierten Organisation in Siaya, die mit jungen Menschen arbeitet und sich auf Kreativität, Empowerment und nachhaltige Entwicklung konzentriert.

Das Projekt ist bewusst auf lokale Beteiligung ausgerichtet. Jugendfreiwillige sind direkt in die Umsetzung eingebunden, während Baumschulen und andere Projektaktivitäten in gemeinschaftliche Strukturen eingebettet sind. Dadurch wird sichergestellt, dass das Projekt nicht nur lokal umgesetzt, sondern auch lokal mitgestaltet und getragen wird.

Die Zusammenarbeit zwischen Let’s Plant e.V. und der Potential X-Factor Organization wird durch eine formelle Projektvereinbarung mit klaren Regelungen zu Umsetzung, Berichterstattung, Auszahlungsraten und finanzieller Rechenschaftspflicht geregelt.

Durch diese Zusammenarbeit verbindet das Projekt ökologische Wiederherstellung, praktische Bildung und Jugendförderung auf eine Weise, die auf lokale Bedürfnisse eingeht und die langfristige Resilienz der Gemeinschaft stärkt.

Outlook

Die erste Umsetzungsphase von Siaya Green wurde erfolgreich abgeschlossen. Zentrale Elemente wie der Aufbau der Baumschule, die Einführung vertikaler Gärten und die Einbindung lokaler Jugendlicher wurden unter realen Bedingungen umgesetzt und erprobt.

Die Ergebnisse zeigen, dass der kombinierte Ansatz aus Agroforstwirtschaft, Nahrungsmittelproduktion und Jugendbeteiligung praxisnah ist und in der Gemeinschaft gut angenommen wird. Die geschaffenen Strukturen bilden eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung.

Aufbauend auf diesen Erfahrungen wird derzeit eine Fortsetzung des Projekts vorbereitet. In einer zweiten Phase sollen die Aktivitäten ausgeweitet, weitere Teilnehmende einbezogen und die Agroforstmodelle weiterentwickelt werden.

So entwickelt sich Siaya Green von einem Pilotprojekt zu einer langfristigen Initiative zur Stärkung von Resilienz, Ernährungssicherheit und jugendgetragener Entwicklung in Westkenia.